An die Stelle der Vergangenheitsbewältigung ist immer klarer die Vergangenheitsbewahrung getreten. Sie beginnt mit der Einsicht in die Unbeendbarkeit der Schuld und die Irreparabilität des Schadens, für den es keine Wiedergutmachung und Versöhnung gibt - nur die Solidarität in der Erinnerung.

2017: „Lager Liebenau – der verborgene Untergrund“ – Fotoausstellung von Rainer Possert

Anlässlich des Erscheinens des SMZ-Info Spezial zum Thema „Gedenken 1945- 2017“ lud das Sozialmedizinische + Stadtteilzentrum Jakomini am Mittwoch den 5. Juli zur Vernissage „Lager Liebenau – der verborgene Untergrund“.

Mit der Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste durch Rainer Possert (Obmann SMZ und Fotograf) und seiner Einführung in die Absicht, die wichtigsten Fakten rund um die Geschichte des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers und die archäologischen Ausgrabungen in einer Fotoausstellung und einer Spezialbroschüre zusammenzufassen, leitete er auf Kollegen Dr. Gustav Mittelbach vom SMZ über, der die gesellschaftliche und politisch relevante Auseinandersetzung mit der Geschichte im Bezirk Liebenau betonte. Mittelbach strich die die Aktualität und Wichtigkeit der Gedenkarbeit im Kontext sozialmedizinischer und gesundheitsfördernder Arbeit hervor, welche seit 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil des Sozialmedizinischen Zentrums war und ist. Mag. Joachim Hainzl vom Verein Xenos schloss sich seinen Vorrednern an und sprach über seine Erfahrungen und die Notwendigkeit der Vermittlung historischem Wissens für alle Teile der Bevölkerung.

Besonders berührend war die emotionale Ansprache des Holocaust Überlebenden Dr. Benjamin Sheelo, aus Jerusalem, der in Graz Medizin studierte, nahe des heutigen Grünangers mit seiner Familie gewohnt hatte, aber erst viele Jahre später von der traurigen Vergangenheit in der unmittelbaren Nähe erfuhr. Dr. Sheelo bedankte sich bei Dr. Rainer Possert und Dr. Gustav Mittelbach für die jahrelange Freundschaft und den persönlichen und fachlichen Austausch.

Daran anschließend konnten sich die zahlreichen Interessierten, unter Ihnen Stadthistoriker Prof. Karel Kubinzky oder Gemeinderat Horst Alic in gemütlicher Atmosphäre bei Getränken und kleinen Knabbereien austauschen, diskutieren und die Ausstellung genießen.

Die Ausstellung mit den Fotografien der archäologischen Ausgrabungen aus dem Keller Andersengasse 32-34 (Denkmalschutz) von Dr. Rainer Possert, kann vom 5. Juli bis 20. September zu den Öffnungszeiten des Sozialmedizinischen + Stadtteilzentrum Jakomini in der Conrad-von-Hötzendorfstraße 55 jeweils DI. 11:00-17:00, MI. 09:00-16:00 und 17:00-20:00, DO. 9:00-13:00, besucht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter smz@smz.at oder 0699 18 08 43 75.
www.rainerpossert.at
http://smz.at/gedenkkultur.phtml

Foto re - li.:Prof. Karel Kubinzky, MR Dr.Gustav  Mittelbach, Dr.  Benjamin Sheelo, Jerusalem, Holocaust Überlebender, MR Dr. Rainer Possert, Mag. Joachim Hainzl.

                                      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

8. Februar 2018